Holsteiner Beschäler für Frankreich

 

© Otmar Beyer de Béhaux

 

Das SF-Zuchtbuch ist für Fremdblut fast vollständig geschloßen, das heißt, das Stuten mit nicht-franz. Abstammung kaum die Möglichkeit haben eingetragen zu werden. Eine solche Eintragung ist nur über eine überdurchschnittliche Eigenleistung, bzw die Eigenleistung von wenigstens zwei direkten Nachkommen möglich.

Auch die ausländischen Hengste unterliegen diesen Bestimmungen, müssen also eine sehr gute Eigenleistung haben, wie z.B. Calando I oder Abdullah (TRA), oder eine hervorragende Leistungsvererbung.

Zur Zeit haben die Franzosen im Selle Français ein Sonderprogramm zur Produktion von Dressurpferden laufen und haben, da in den eigenen Reihen kaum Dressurvererber vorhanden sind, 22 Hengsten eine spezielle Deckberechtigung im Rahmen dieses Programms zuerkannt. Es handelt sich dabei zwar um Dressurvererber, jedoch wird regelmäßig jedes Jahr diskutiert, ob die Hengste, die gleichzeitig eine unterdurchschnittliche Springvererbung haben, diese also verdrängen, nicht ausgeschloßen werden sollen.

Auf Grund ihrer Leistungsvererbung wurde 20 Hengsten mit Schwerpunkt Springvererbung die Deckberechtigung für die Saison 1994 zuerkannt. Hinzukommen dann noch einmal fünf Hengste, denen die Deckerlaubnis auf Grund ihrer Eigenleistung im Springen gegeben wurde. Es gibt also zwei Listen, welche die ausländischen Beschäler mit Deckberechtigung im Selle Français zusammenfassen : eine Liste für Springvererber, die zweite für Dressurvererber. Diese Listen unterliegen jedoch einer jährlichen Kontrolle und die Fortschreibung der Deckerlaubnis ist nicht automatisch. Die Öffnung des SF-Zuchtbuches für ausländische Beschäler ist vorerst einmal auf drei Jahre beschränkt.

Wenn man aber jetzt glaubt, daß diese Hengste zur freien Verfügung ständen, dann hat man sich vertan. Gleichzeitig mit der Ankörung dieser insgesamt 47 Hengste wurden eine Selektion innerhalb der Stutenbasis vorgenommen.

Den Springvererbern können nur Stuten zugeführt werden, die mehr als 17 Punkte BLUP-Wert haben und speziell für die Anpaarung an ausl. Hengste ausgesucht wurden. Diese Stutenliste umfaßt 53 Namen, den Hengsten wurde ein Gesamtquota von 50 Stuten zugeteilt.

Für die Dressurvererber ist die Lage noch komplizierter, da ihnen nur Stuten zugeführt werden können, die den Label ‘Dressur’ besitzen. Die Stutenbesitzer müssen dazu die Stuten einer Kommission anmelden und anschließend auch vorführen. Die Labelisierung basiert ausschließlich auf Modell und Grundgangarten. Diese Stuten sind ebenfalls in einer besonderen Liste zusammengefaßt.

Das Quota, welches den Dressurvererbern zuerkannt wurde beläuft sich auf 150 Stuten, jedoch gibt es noch keine 150 Stuten mit dem Label ‘Dressur’.

Die Öffnung des SF-Zuchtbuches wird nur sehr zaghaft vorangetrieben. Es besteht eine gewisse Nachfrage nach ausländischen Starvererbern innerhalb der Züchterschaft, jedoch nicht von den großen etablierten Gestüten, es sind vielmehr die kleinen Züchter, die sich durch die Wahl der Deckhengste, von der Masse abheben wollen um dadurch potentielle Käufer anzuziehen.

Die Erlaubnis einen, im Ausland deckenden, franz. Hengst zu benutzen wird von Fall zu Fall vom Stutbuch, bzw einer Kommission gegeben.

Insgesamt ist die Nachfrage nach im Ausland stehenden Hengsten jedoch sehr schwach, da für den Selle Français grundsätzlich alle in den Nationalgestüten stehende Hengste der Rassen Selle Français, Anglo-Araber, Araber, Traber und Vollblut anerkannt sind. Die Situation bei den Stuten ist analog geregelt. Grundbedingung ist jedoch, daß wenigstens eine Elternteil des Produktes im SF-Zuchtbuch eingetragen ist, ansonsten ist eine Eintragung nicht möglich, bzw nur als Sattelpferd (und nicht als franz. Sattelpferd). Da die Franzosen gleichzeitig keine Mindestgenerationsabstammung kennen, die in Deutschland die Eintragung ins Stutbuch, bzw die Vorbücher regiert, können, selbst über Generationen hinweg, nicht eingetragene Pferde nur Sattelpferde bringen, es sei denn, es ist eine gute Eigenleistung, bzw Nachkommenleistung vorhanden.

Die Holsteiner für Frankreich

Genau wie die Holsteiner " es französisch mögen " (siehe Artikel in RR10/93), so mögen es die Franzosen holsteinisch, wenn man sich die Listen der ausländischen Beschäler anschaut.

Der Selle Français ist rein auf Springen ausgerichtet und beachtet absolut nicht eine gewiß tendenziell vorhandene Dressurbegabung. Gleichzeitig ist es fast schon eine Rassemerkmal des Selle Français weniger gute Grundgangarten zu besitzen als vergleichbare deutsche Rassen. Der Holsteiner funktionniert unter ähnlichen Bedingungen, jedoch hatte man hier das Glück, mehrere Hengste mit einer außergewöhnlichen Dressurvererbung zu besitzen, was natürlich Auswirkungen auf die Anlagen hatte und die Grundgangarten waren immer von guter Qualität. Keinesfalls kann man die Holsteiner jedoch als Dressurspezialisten bezeichnen.

Und trotzdem stellen sie auf der Dressurvererberliste die meisten Beschäler und auf der Springliste belegen sie, hinter den Holländern, den zweiten Platz.

Zuchtgebiet/Rasse Dressurbeschäler Springbeschäler Gesamtzahl
Holstein

6

7

13

Holland

4

9

13

Westfalen

3

4

7

Hannover

3

3

6

Oldenburg

3

0

3

Trakehner

1

1

2

Schweden

1

0

1

Dänemark

1

0

1

Belgien

0

1

1

Die Springvererber

Doch man sollte sich durch diesen zweiten Platz nicht täuschen laßen. Holland hat eine spezielle Pfedezuchttradition, jedoch ist die Sportpferdezucht erst seit kurzem in einen größeren Rahmen getreten und wurde aufgebaut aus Einkäufen in den großen europ. Pferdezuchten wie Hannover, Oldenburg, Frankreich, besonders aber auch in Holstein.

So führen 3 dieser holl. Hengste einen Holsteiner als Vater, einer wurde aus einer Holsteiner Stute gezogen, ein anderer hat einen Holsteiner als Muttervater und zwei weitere Hengste haben Holsteiner in der zweiten Generation ihres Vaters stehen. Auch der Belgier Darco führt über Codex, der Holländer Windsor über Antonio bewährtes Holsteiner Blut in den hinteren Generation.

Die zugelassenen Hengste mit holstein. Abstammung (in F1 oder F2) heißen :

Ahorn WPN Nimmerdor - Ladykiller xx (HOL)
Amulet WPN Farn (HOL) - Intendant
Calando I HOL Cor de la Bryere - Colombo
Calypso III HOL Cor de la Bryere - Heißsporn
Capitol I HOL Capitano - Maximus
Contender HOL Calypso II - Ramiro
Landadel HOL Landgraf I - Farnese
Nimmerdor WPN Farn (HOL) - Koridon xx
Ramiro HOL Raimond - Cottage Son xx
Topas WPN Marco Polo (TRA) - Farn (HOL)
Wellington WPN Nimmerdor - Lucky Boy xx
Zamiro WPN Ramiro - Apalatin

Die bevorzugten Linie ist die des Cor de la Bryere’s, der mit 2 Söhnen und einem Enkel vertreten ist. Von den holl. Hengsten führen fünf Nimmerdor-Blut, der ja einen Holsteiner Vater hat und auch die Mutter führt weiter hinten noch einmal holst. Blut. Aber auch Cottage Son tritt mit seinem Urenkel Capitol I auf und Ladykiller mit seinem Enkel Landadel. Ramzes AA ist über Ramiro selbst und einen Ramiro-Sohn vertreten.

Die Dressurvererber

Bei den Dressurvererbern kann man einen Corde-Sohn, einen -Enkel und einen -Urenkel ausmachen. Weiterhin findet man zwei Landgraf-Söhne und einen Sohn des Sacramento Song xx.

Ein Einkreuzung von Holsteinern in anderen Zuchtgebieten hat bei Dressurvererbern kaum stattgefunden.

Die auf dieser Liste aufgeführten Holsteiner Hengste sind :

Cabaret Cor de la Bryere - Landgraf
Coriander Coriolan - Constant - Fantus - Anklang
Coriolan Calypso II - Capitano - Cottage Son xx
Livingstone Landgraf - Rasputin - Ladykiller xx
Luxus Landgraf I - Nautilus xx - Fafnir
Sandro Sacramento Song xx - Wahnfried - Duhnen (HAN)

Das SF-Zuchtbuch ist für Fremdblut fast vollständig geschloßen, das heißt, das Stuten mit nicht-franz. Abstammung kaum die Möglichkeit haben eingetragen zu werden. Eine solche Eintragung ist nur über eine überdurchschnittliche Eigenleistung, bzw die Eigenleistung von wenigstens zwei direkten Nachkommen möglich.

Auch die ausländischen Hengste unterliegen diesen Bestimmungen, müssen also eine sehr gute Eigenleistung haben, wie z.B. Calando I oder Abdullah (TRA), oder eine hervorragende Leistungsvererbung.

Zur Zeit haben die Franzosen im Selle Français ein Sonderprogramm zur Produktion von Dressurpferden laufen und haben, da in den eigenen Reihen kaum Dressurvererber vorhanden sind, 22 Hengsten eine spezielle Deckberechtigung im Rahmen dieses Programms zuerkannt. Es handelt sich dabei zwar um Dressurvererber, jedoch wird regelmäßig jedes Jahr diskutiert, ob die Hengste, die gleichzeitig eine unterdurchschnittliche Springvererbung haben, diese also verdrängen, nicht ausgeschloßen werden sollen.

Auf Grund ihrer Leistungsvererbung wurde 20 Hengsten mit Schwerpunkt Springvererbung die Deckberechtigung für die Saison 1994 zuerkannt. Hinzukommen dann noch einmal fünf Hengste, denen die Deckerlaubnis auf Grund ihrer Eigenleistung im Springen gegeben wurde. Es gibt also zwei Listen, welche die ausländischen Beschäler mit Deckberechtigung im Selle Français zusammenfassen : eine Liste für Springvererber, die zweite für Dressurvererber. Diese Listen unterliegen jedoch einer jährlichen Kontrolle und die Fortschreibung der Deckerlaubnis ist nicht automatisch. Die Öffnung des SF-Zuchtbuches für ausländische Beschäler ist vorerst einmal auf drei Jahre beschränkt.

Wenn man aber jetzt glaubt, daß diese Hengste zur freien Verfügung ständen, dann hat man sich vertan. Gleichzeitig mit der Ankörung dieser insgesamt 47 Hengste wurden eine Selektion innerhalb der Stutenbasis vorgenommen.

Den Springvererbern können nur Stuten zugeführt werden, die mehr als 17 Punkte BLUP-Wert haben und speziell für die Anpaarung an ausl. Hengste ausgesucht wurden. Diese Stutenliste umfaßt 53 Namen, den Hengsten wurde ein Gesamtquota von 50 Stuten zugeteilt.

Für die Dressurvererber ist die Lage noch komplizierter, da ihnen nur Stuten zugeführt werden können, die den Label ‘Dressur’ besitzen. Die Stutenbesitzer müssen dazu die Stuten einer Kommission anmelden und anschließend auch vorführen. Die Labelisierung basiert ausschließlich auf Modell und Grundgangarten. Diese Stuten sind ebenfalls in einer besonderen Liste zusammengefaßt.

Das Quota, welches den Dressurvererbern zuerkannt wurde beläuft sich auf 150 Stuten, jedoch gibt es noch keine 150 Stuten mit dem Label ‘Dressur’.

Die Öffnung des SF-Zuchtbuches wird nur sehr zaghaft vorangetrieben. Es besteht eine gewisse Nachfrage nach ausländischen Starvererbern innerhalb der Züchterschaft, jedoch nicht von den großen etablierten Gestüten, es sind vielmehr die kleinen Züchter, die sich durch die Wahl der Deckhengste, von der Masse abheben wollen um dadurch potentielle Käufer anzuziehen.

Die Erlaubnis einen, im Ausland deckenden, franz. Hengst zu benutzen wird von Fall zu Fall vom Stutbuch, bzw einer Kommission gegeben.

Insgesamt ist die Nachfrage nach im Ausland stehenden Hengsten jedoch sehr schwach, da für den Selle Français grundsätzlich alle in den Nationalgestüten stehende Hengste der Rassen Selle Français, Anglo-Araber, Araber, Traber und Vollblut anerkannt sind. Die Situation bei den Stuten ist analog geregelt. Grundbedingung ist jedoch, daß wenigstens eine Elternteil des Produktes im SF-Zuchtbuch eingetragen ist, ansonsten ist eine Eintragung nicht möglich, bzw nur als Sattelpferd (und nicht als franz. Sattelpferd). Da die Franzosen gleichzeitig keine Mindestgenerationsabstammung kennen, die in Deutschland die Eintragung ins Stutbuch, bzw die Vorbücher regiert, können, selbst über Generationen hinweg, nicht eingetragene Pferde nur Sattelpferde bringen, es sei denn, es ist eine gute Eigenleistung, bzw Nachkommenleistung vorhanden.

Die Holsteiner für Frankreich

Genau wie die Holsteiner " es französisch mögen " (siehe Artikel in RR10/93), so mögen es die Franzosen holsteinisch, wenn man sich die Listen der ausländischen Beschäler anschaut.

Der Selle Français ist rein auf Springen ausgerichtet und beachtet absolut nicht eine gewiß tendenziell vorhandene Dressurbegabung. Gleichzeitig ist es fast schon eine Rassemerkmal des Selle Français weniger gute Grundgangarten zu besitzen als vergleichbare deutsche Rassen. Der Holsteiner funktionniert unter ähnlichen Bedingungen, jedoch hatte man hier das Glück, mehrere Hengste mit einer außergewöhnlichen Dressurvererbung zu besitzen, was natürlich Auswirkungen auf die Anlagen hatte und die Grundgangarten waren immer von guter Qualität. Keinesfalls kann man die Holsteiner jedoch als Dressurspezialisten bezeichnen.

Und trotzdem stellen sie auf der Dressurvererberliste die meisten Beschäler und auf der Springliste belegen sie, hinter den Holländern, den zweiten Platz.

Zuchtgebiet/Rasse Dressurbeschäler Springbeschäler Gesamtzahl
Holstein

6

7

13

Holland

4

9

13

Westfalen

3

4

7

Hannover

3

3

6

Oldenburg

3

0

3

Trakehner

1

1

2

Schweden

1

0

1

Dänemark

1

0

1

Belgien

0

1

1

Die Springvererber

Doch man sollte sich durch diesen zweiten Platz nicht täuschen laßen. Holland hat eine spezielle Pfedezuchttradition, jedoch ist die Sportpferdezucht erst seit kurzem in einen größeren Rahmen getreten und wurde aufgebaut aus Einkäufen in den großen europ. Pferdezuchten wie Hannover, Oldenburg, Frankreich, besonders aber auch in Holstein.

So führen 3 dieser holl. Hengste einen Holsteiner als Vater, einer wurde aus einer Holsteiner Stute gezogen, ein anderer hat einen Holsteiner als Muttervater und zwei weitere Hengste haben Holsteiner in der zweiten Generation ihres Vaters stehen. Auch der Belgier Darco führt über Codex, der Holländer Windsor über Antonio bewährtes Holsteiner Blut in den hinteren Generation.

Die zugelassenen Hengste mit holstein. Abstammung (in F1 oder F2) heißen :

Ahorn WPN Nimmerdor - Ladykiller xx (HOL)
Amulet WPN Farn (HOL) - Intendant
Calando I HOL Cor de la Bryere - Colombo
Calypso III HOL Cor de la Bryere - Heißsporn
Capitol I HOL Capitano - Maximus
Contender HOL Calypso II - Ramiro
Landadel HOL Landgraf I - Farnese
Nimmerdor WPN Farn (HOL) - Koridon xx
Ramiro HOL Raimond - Cottage Son xx
Topas WPN Marco Polo (TRA) - Farn (HOL)
Wellington WPN Nimmerdor - Lucky Boy xx
Zamiro WPN Ramiro - Apalatin

Die bevorzugten Linie ist die des Cor de la Bryere’s, der mit 2 Söhnen und einem Enkel vertreten ist. Von den holl. Hengsten führen fünf Nimmerdor-Blut, der ja einen Holsteiner Vater hat und auch die Mutter führt weiter hinten noch einmal holst. Blut. Aber auch Cottage Son tritt mit seinem Urenkel Capitol I auf und Ladykiller mit seinem Enkel Landadel. Ramzes AA ist über Ramiro selbst und einen Ramiro-Sohn vertreten.

Die Dressurvererber

Bei den Dressurvererbern kann man einen Corde-Sohn, einen -Enkel und einen -Urenkel ausmachen. Weiterhin findet man zwei Landgraf-Söhne und einen Sohn des Sacramento Song xx.

Ein Einkreuzung von Holsteinern in anderen Zuchtgebieten hat bei Dressurvererbern kaum stattgefunden.

Die auf dieser Liste aufgeführten Holsteiner Hengste sind :

Cabaret Cor de la Bryere - Landgraf
Coriander Coriolan - Constant - Fantus - Anklang
Coriolan Calypso II - Capitano - Cottage Son xx
Livingstone Landgraf - Rasputin - Ladykiller xx
Luxus Landgraf I - Nautilus xx - Fafnir
Sandro Sacramento Song xx - Wahnfried - Duhnen (HAN)